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Gerhard Baumgartner, Leiter des DÖW, unterstützt Museumsverein und Stadtgemeinde Pinkafeld beim Denkmalprojekt

 

Rudi Köberl und Heinz Bundschuh konnten am Samstag mit Mag. Dr. Gerhard Baumgartner den Wissenschaftlichen Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) im Stadtmuseum begrüßen. Nach einer Museumsbesichtigung folgten alle drei einer Einladung von Gemeinderat Edi Posch, der von Seiten der Stadtgemeinde die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus koordiniert. Bei diesem Projekt fungiert der Museumsverein als fachlicher Berater des Gemeinderates.

In einer hochinteressanten Diskussion konnten dabei weitere Aspekte dieses Projektes erarbeitet und beleuchtet werden. So nannte Gerhard Baumgartner Details über die Deportation von rund 1.000 Roma und Sinti, die in Pinkafeld ihren Anfang fand. Diese Menschen stammten aus den Dörfern aus der Umgebung von Pinkafeld, wie Wiesfleck, Aschau, Buchschachen usw., und wurden im Spätherbst 1941 hier bei uns zusammengetrieben und in einem Barackenlager, das sich im Bereich der heutigen Burgenlandsiedlung befand, interniert. Nach einigen Tagen erfolgte der Abtransport per Bahn in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz). Viele von ihnen fielen in den Wochen darauf einer Typhus-Epidemie zum Opfer. Die Überlebenden wurden anschließend in das Vernichtungslager Kulmhof verfrachtet und dort umgebracht, sodass vermutlich niemand von ihnen überlebte. Besonders tragisch war, dass mehr als 60 Prozent dieser Opfer jünger als 12 Jahre waren.

Man glaubt immer, dass der Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden und anderen Bevölkerungsgruppen ganz weit weg in Polen oder in den Weiten der Sowjetunion stattgefunden hat. Viele dieser Taten mögen zwar dort geschehen sein, ihren Ausgangspunkt fand dieses größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte aber oft vor der eigenen Haustür.

Und genau auf diesen Umstand soll dieses Denkmalprojekt, das von Gerhard Baumgartner als vorbildlich gewürdigt wurde und das er in den nächsten Wochen auch beratend unterstützen wird, erinnern.