Stadt-, Tuchmacher- und Feuerwehrmuseum Pinkafeld ab Juli wieder geöffnet!

 

Ab Juli sind die Sammlungen des Stadtmuseums Pinkafeld wieder frei zugänglich.

Neben der Stadt-, Kirchen- und Garnisonsgeschichte werden die Geschichte vom Tuchmachergewerbe zur Textilindustrie sowie alte Maschinen und Geräte gezeigt und die Geschichte der ältesten Feuerwehr des Burgenlandes präsentiert.

Die Sonderausstellung „120 Jahre Blasmusik – 40 Jahre Stadtkapelle Pinkafeld“ aus dem Vorjahr ist bis auf weiteres ebenfalls zu besichtigen.

Ebenso sind wieder Führungen nach Voranmeldung möglich.

 

ÖFFNUNGSZEITEN im Juli und August

Donnerstag - Samstag: 10.00 - 12.00 und 14.00 - 17.00 Uhr

Sonntag: 14.00 – 17.00 Uhr

Für Gruppen nach Voranmeldung (Mag. Rudolf Köberl, Tel.Nr.: 0660/321 03 20)

Gerhard Baumgartner, Leiter des DÖW, unterstützt Museumsverein und Stadtgemeinde Pinkafeld beim Denkmalprojekt

 

Rudi Köberl und Heinz Bundschuh konnten am Samstag mit Mag. Dr. Gerhard Baumgartner den Wissenschaftlichen Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) im Stadtmuseum begrüßen. Nach einer Museumsbesichtigung folgten alle drei einer Einladung von Gemeinderat Edi Posch, der von Seiten der Stadtgemeinde die Errichtung eines Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus koordiniert. Bei diesem Projekt fungiert der Museumsverein als fachlicher Berater des Gemeinderates.

In einer hochinteressanten Diskussion konnten dabei weitere Aspekte dieses Projektes erarbeitet und beleuchtet werden. So nannte Gerhard Baumgartner Details über die Deportation von rund 1.000 Roma und Sinti, die in Pinkafeld ihren Anfang fand. Diese Menschen stammten aus den Dörfern aus der Umgebung von Pinkafeld, wie Wiesfleck, Aschau, Buchschachen usw., und wurden im Spätherbst 1941 hier bei uns zusammengetrieben und in einem Barackenlager, das sich im Bereich der heutigen Burgenlandsiedlung befand, interniert. Nach einigen Tagen erfolgte der Abtransport per Bahn in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz). Viele von ihnen fielen in den Wochen darauf einer Typhus-Epidemie zum Opfer. Die Überlebenden wurden anschließend in das Vernichtungslager Kulmhof verfrachtet und dort umgebracht, sodass vermutlich niemand von ihnen überlebte. Besonders tragisch war, dass mehr als 60 Prozent dieser Opfer jünger als 12 Jahre waren.

Man glaubt immer, dass der Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden und anderen Bevölkerungsgruppen ganz weit weg in Polen oder in den Weiten der Sowjetunion stattgefunden hat. Viele dieser Taten mögen zwar dort geschehen sein, ihren Ausgangspunkt fand dieses größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte aber oft vor der eigenen Haustür.

Und genau auf diesen Umstand soll dieses Denkmalprojekt, das von Gerhard Baumgartner als vorbildlich gewürdigt wurde und das er in den nächsten Wochen auch beratend unterstützen wird, erinnern.

 

 

Museumsvorstandsmitglied  Heinz Bundschuh veröffentlichte im Feber 2020 auf Wikipedia den Artikel

 

"K.u.k. Infanterieregiment „Freiherr von Schikofsky“ Nr. 83"

 

(gewidmet dem unvergessenen Andreas "Fuzzi" Thalhammer) 

 

Das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 83 mit den Garnisonen Szombathely, Komárom und Kőszeg ergänzte sich aus dem Rekrutierungsbezirk Szombathely, sodass viele unserer Vorfahren in diesem Regiment am Ersten Weltkrieg teilnahmen.

Der Autor Heinz Bundschuh arbeitete rund zwei Jahre an dem Artikel. Grundlage dafür waren folgende Bücher:

  • die 1934 in Budapest auf ungarisch erschienene Regimentsgeschichte "A volt cs. és kir. 83-as és 106-os gyalogezredek története és emlékkönyve." von József Doromby 
  • die in der Zwischenkriegszeit veröffentlichte Regimentsgeschichte des IR 106 "Regiment 106 - Ein Beitrag zur Geschichte des Kaiserl. und Königl. Infanterieregiments Nr. 106." von Anton Freiherr von Lehár
  • das in den 1930er-Jahren erschienene rund 10.000 Seiten starke epochale Werk "Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914–1918"    

Der Artikel wurde auf Wikipedia unter einer freien Lizenz eingestellt, d.h. dass er einer permanenten Änderung durch die Tätigkeit der Wikipedia-Autoren unterworfen ist. Den Link zur momentanen Version des Wikipedia-Artikel finden Sie hier: 

K.u.k. Infanterieregiment „Freiherr von Schikofsky“ Nr. 83

Den ursprünglich am 2.2.2020 eingestellten Artikel (im Format PDF) finden Sie hier:

Geschichte des k.u.k. Infanterie-Regiments Nr. 83 (Stand 2.2.2020)

 

 

 

Im Garnisonsmuseum, einmalig im Burgenland, wird die Geschichte der Turbakaserne, die von 1929 bis 1932 errichtet und bis 2013 vom österreichischen Bundesheer genutzt wurde, dargestellt. Des Weiteren wird die wechselvolle Geschichte der hier stationierten Heereseinheiten bzw. Truppenkörper dokumentiert. Außerdem werden zahlreiche Objekte zur Geschichte des k.u.k. Infanterie-Regiments Nr. 83 ausgestellt. Das IR 83 ist der Traditionstruppenkörper des Jägerbataillons 19, das in Pinkafeld stationiert war. 

Im Jahr 2017 erfolgte die Neugestaltung des Garnisonsmuseums. Der Anlass war die Auffindung der Schlusssteinurkunde vom Bau der Kaserne aus dem Jahr 1932. Die Firma Pöll Bau & Immobilien stellt diese Urkunde dem Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung, wobei das Original im Archiv fachgerecht aufbewahrt wird, während in der Vitrine eine Kopie ausgestellt ist.

 

Schwerpunkte der Ausstellung

 

k.u.k. Infanterieregiment 83 "Freiherr von Schikofsky"

In der Vitrine 1 sind Objekte zur Geschichte des k.u.k. IR 83 ausgestellt. Das Prunkstück ist der Uniformrock eines Oberstleutnants. Weiters sind verschiedene Infanteriegewehre, Handfeuerwaffen, eine Patronentasche, mehrere Säbel, Orden und Medaillen des IR 83 zu besichtigen.

 

 

Beschreibung des Uniformrockes eines Oberstleutnants

Dabei sei auf eine Besonderheit in der Uniformierung des k.u.k. Heeres verwiesen: Zum Unterschied zu anderen Armeen waren nämlich in der österreichisch-ungarischen Armee die „historischen“ Waffengattungen, also die Infanterie und Kavallerie, nicht durch jeweils einheitliche Aufschlagsfarben gekennzeichnet, sondern jedes Regiment unterschied sich von den übrigen durch eine individuelle Kombination von verschiedenen Egalisierungsfarben und Knöpfen, eine Eigenheit, die sich aus dem historischen Recht der Regimentsinhaber im späten 17. und dann im 18. Jh. Jahrhundert hinsichtlich der Uniformierung „ihrer“ Regimenter ableitet.

Bei genauerer Betrachtung der ausgestellten Uniform erkennt man die dunkelbraunen Aufschläge (Kragen, Ärmel) des IR 83.

Interessant sind auch die so genannten „Bärentatzen“ an den Ärmeln: Dieses Uniformaccessoire hatte ursprünglich eine recht „profane“ Funktion: Es sollte die Soldaten daran hindern, sich in den Rockärmel zu schnäuzen.

weitere Informationen zum k.u.k.Infanterieregiment 83 finden Sie hier: Geschichte des k.u.k. Infanterieregiment 83

 

Turbakaserne und Garnison Pinkafeld

Die neugestaltete Vitrine 2 und der ausklappbare Wandständer mit zahlreichen Fotos geben einen guten Überblick über den Bau der Turbakaserne von 1929 bis zur Einweihung 1932 sowie über die in der Garnison Pinkafeld stationierten Truppenkörper. Die neue Wandtafel beschreibt die Geschichte der Garnison und ihrer Truppenkörper.

 

 

Uniformen des österreichischen Bundesheeres

Des Weiteren sind verschiedene Uniformen des österreichischen Bundesheeres ausgestellt. In der Wandvitrine sind Uniformen der B-Gendarmerie und einer Grenzschutzkompanie ausgestellt. An der r-PAK sieht man den alten Tarnanzug, auch „Fleckerlteppich“ genannt. Das heutige Erscheinungsbild des österreichischen Soldaten ist geprägt durch den Feldanzug 75, der 1975 als Kampfanzug eingeführt wurde. Außerdem ist eine UNO-Uniform eines österreichischen Soldaten ausgestellt.

 

Panzerabwehrkanone r-PAK 66/70

In der Mitte des Raumes steht eine Rückstoßfreie Panzerabwehrkanone (r-PAK 66/70) mit einem Kaliber von 10,6 cm. Diese Kanone war die Hauptwaffe der Jägertruppe zur Panzerabwehr. Sie war von 1962 bis 1997 in der s-Kp eingesetzt. Heute ist diese Waffe zum Museumsstück geworden, da sie durch moderne Panzerabwehrlenkwaffen ersetzt worden ist. 

Technische Daten: 

  • Kaliber:                       10,6 cm
  • Gewicht:                     350 kg
  • Einschießgewehr:       12,7 mm
  • Feuerfolge:                 3 Granaten pro Minute
  • Einsatzschussweite:    bis zu 1.000 m gegen Panzer
  • Munition:                    Quetschkopfgranaten gegen Panzer, Splittergranaten gegen ungepanzerte Ziele

 

Bei dieser Gelegenheit möchten wir noch auf zwei Vorwissenschaftliche Arbeiten zweier junger Pinkafelder hinweisen, die sie in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein Pinkafeld über die Ereignisse im 2. Weltkrieg erstellt haben:

 

Wir trauern um unseren Freund und ehemaliges Vorstandsmitglied

 

Oberst OR. Mag. Andreas Thalhammer, MBA

(gest. 1.2.2020)

 

 

Der Museumsverein Pinkafeld trauert um sein langjähriges Vorstandsmitglied Andreas „Fuzzi“ Thalhammer, der am 1. Februar 2020 im 60. Lebensjahr verstorben ist.

Andreas Thalhammer war 28 Jahre in verschiedenen Funktionen im Vorstand des Museumsvereins ein sehr aktives Mitglied, zunächst als Schriftführer-Stellvertreter, dann als Schriftführer und zuletzt 15 Jahre als Obmann-Stellvertreter.

Andreas ist als Verbindungsoffizier des Bundesheeres zum Verein gestoßen und hat wesentlich am Aufbau und der Neugestaltung des Stadtmuseums, insbesondere des Garnisonsmuseums und des Feuerwehrmuseums mitgewirkt. Des Weiteren hat er bei der Organisation und Gestaltung zahlreicher Sonderausstellungen mitgearbeitet. Ebenso hat Andreas mit seinen historischen Vorträgen und seinen Forschungsbeiträgen einen wesentlichen Beitrag zur Regionalgeschichte geleistet.

Unvergessen bleiben „Fuzzis“ zahlreiche musikalischen Auftritte, z. B. bei dem jährlich durchgeführten „Kino unter Sternen – folk&blues“ sowie des Öfteren bei der „Langen Nacht der Museen“ oder im Anschluss an viele Veranstaltungen, wo er mit seinem virtuosen und einfühlsamen Gitarrenspiel und seiner sanften Stimme das Publikum begeistern und mitreißen konnte.

Wir verlieren mit ihm nicht nur ein engagiertes Vorstandsmitglied, sondern vor allem einen sehr guten Freund, dessen herzliche Art und dessen humorvolles Wesen uns für immer in Erinnerung bleiben wird.

Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie.